Anjin-Do

Anjin-Do

Dienstag, 1. Mai 2018

Gelassenheit durch Selbstreflexion

Die Menschen glauben, dass man im Buddhismus Gelassenheit und Frieden, bestimmt auch Ruhe finden. Diese Ansicht möchte ich wirklich unterstützen! 
Nur ist der Weg keine Glaubenssache, sondern muss gegangen werden. Wie man das macht? Wir achten auf unser eigenes inneres Erleben. Betrachten uns selbst. Dann lernen wir, was in uns vorgeht und können Einfluss nehmen. Wenn die Dinge und Menschen um uns herum nicht so funktionieren, wie wir es gerne hätten, reagieren wir prompt. Unsere Emotionen gehen auf Abwehr, bilden Abneigung und reagieren mit Gegenwehr. "Da muss man doch was sagen oder besser noch etwas tun"! Frieden, Gelassenheit und Ruhe findet man aber nur, wenn wir dieses Muster erkennen und einfach einmal nicht reflexartig reagieren, wie wir es gewohnt sind. Nichts ist so vergänglich wie die eigenen Emotionen. Wenn wir sie beachten und einfach einmal lassen, ohne gleich darauf anzuspringen, werden sie sich schnell verflüchtigen.
Ob das so stimmt? Nicht fragen, einfach mal versuchen! Das Gegenteil davon praktizieren wir jeden Tag. Darin sind wir Profis 😂🤣 und deshalb häufig nicht gelassen, ruhig und friedvoll🤔
Namandabu 🙏

Retreat der Buddhistischen Gemeinschaft Jodo Shinshu Deutschland im Anjin-Do Zentrum


11.05. Freitag:
16.00 Uhr Willkommen
17:00 Uhr Andacht / San-Butsu-Ge
17:30 Uhr Abendessen
18:30 Uhr Vorträge der einzelnen Mitglieder auf freiwilliger Basis (Welche Textstelle in den bekannten Rezitationen gefällt mir am besten und warum) Pro Vortrag ca. 5-10 Minuten / Fragen oder Anmerkungen dazu Ca. 20 Uhr Abendandacht/ Jusei-Ge und Ausklang des Abends

12.05. Samstag 08.00 Uhr Morgenandacht Shoshin-Ge und Frühstück
09.00 Uhr Vorbereitung Mitgliederversammlung
10:00 Uhr Mitgliederversammlung
ca. 12:00 Uhr Vorbereitung und Mittagessen, danach Gruppenfoto mit Kurzandacht (Nembutsu Singen)
13:15 Uhr Spaziergang zur Pagode in Rheydt
14:00 Uhr Besuch der Pagode
15:00 Uhr Rückkehr zum Anjin-Do Pause mit Kaffee/Tee und Kuchen
16:15 Uhr Workshop
Ca. 18:30 Uhr Andacht
19:00 Uhr Abendessen und Ausklang

3.05. Sonntag
07:30 Uhr Andacht
08:00 Uhr Frühstück
 08:45 Uhr Abfahrt zum EKO Tempel in Düsseldorf

Sonntag, 13. August 2017

Der Hongwanji

Der Hongwanji ist der Haupttempel der Jōdo Shinshū in Kyōto. (Hongwanji ist die traditionelle Schreibweise. Oft liest man inzwischen Honganji)
Ursprünglich gab es in Kyōto nur wenige Anhänger des Shin-Buddhismus. Aber der Familie Shinrans gelang es im Lauf der Zeit, das Grabmal Shinrans zu einer Pilgerstätte und schließlich zu einem bedeutenden Tempel auszubauen. Aus dem Amt des Grabpflegers wurde das Amt des Monshū, des Oberhaupts der Schule. Selbst der heutige (25.) Monshū ist noch ein direkter Nachfahre Shinrans.
Rennyo Shōnin, dem achten Monshū, ist es zu verdanken, dass der Shin-Buddhismus zur anhängerreichten buddhistischen Schule aufstieg. Er war ein begnadeter Briefeschreiber und Motivator, der den Shin-Buddhismus mit sicherer Hand durch eines der düstersten Zeitalter der japanischen Geschichte, die späte Muromachi-Zeit, steuerte.
Nachdem der Hongwanji mehrmals Opfer von bewaffneten Überfällen durch Mönche anderer Schulen geworden war, ließ Rennyo an einer strategisch günstigen Stelle, wo sich heute die Burg von Ōsaka befindet, einen befestigten Tempel errichten. Dieser sogenannte Ishiyama-Hongwanji war für Jahrzehnte ein Machtfaktor in Japan. In 1580ger Jahren, als die Klosteranlagen auf dem Berg Hiei von dem brutalen Kriegsherrn Oda Nobunaga zerstört und tausende Mönche getötet wurden, trotzte der Ishiyama Honganji sogar einer 10jährigen Belagerung. Am Ende vereinbarte man allerdings freien Abzug für die Verteidiger und der Tempel wurde geschliffen.
Diese weiche Lösung war aber nicht im Sinne aller. Kyōnyo, der älteste Sohn des damaligen Monshū Kennyo, hatte sich energisch für eine Fortsetzung der Belagerung ausgesprochen und war deshalb von seinem Vater enterbt worden. Nach Kennyos Tod nutzte das Shōgunat diesen Konflikt in der Gründerfamlie aus und spaltete die Jōdo Shinshū, indem es es Kyōnyo kurzerhand einen eigenen Haupttempel, den heutigen Östlichen Hongwanji (Higashi Hongwanji), schenkte.
Bis heute ist diese Spaltung der Schule, obwohl sie nur auf einem Politikum beruhte, das sich seit Jahrhunderten erübrigt hat, niemals überwunden worden. Beide Tempel liegen nördlich des Hauptbahnhofs von Kyōto und sind nur zwei Kilometer voneinander entfernt. Auf den ersten Blick sind sie - zumindest für den westlichen Besucher - zum Verwechseln ähnlich. Erst gründliches Hinblicken auf die Details enthüllt zahlreiche Unterschiede, z.B. in der Liturgie. Außerdem haben beide Tempel eine eigene akademische Tradition ausgebildet: Zum Westlichen Hongwanji (Nishi Hongwanji) gehört die Ryūkoku-Universität und zum Östlichen die Ōtani-Universität.

Die Jōdo Shinshū in Deutschland

Der deutsche Shin-Buddhismus gehört zwar noch heute zu den kleineren Gemeinschaften innerhalb des deutschen Buddhismus, aber er kann aber auf eine schon über fünfzigjährige Geschichte zurückblicken. Ursprünglich in Berlin gegründet, ist das wichtigste Zentrum heute die Buddhistische Begegnungsstätte Anjin-Dō in Mönchengladbach.
Eine besondere Bereicherung war die Einrichtung des EKO-Tempels in Düsseldorf. Zwar ist dieser Tempel, der als Teil des Hauses der japanischen Kultur auch eine lokale Sehenswürdigkeit ist, als Oase für alle Buddhisten gedacht, in seiner Einrichtung ist er aber ein originaler Tempel der Jōdo Shinshū Hongwanji-ha und auch die zwei ansässigen japanischen Priester gehören dieser Schule an.
Als Pionier des deutschen und auch europäischen Shin-Buddhismus ist Harry Pieper(1907-1978) besonders erwähnenswert, der auch in Japan hohes Ansehen genießt. Geboren in Berlin, schloss er sich schon früh dem Buddhistischen Haus in Berlin Frohnau an, das von Paul Dahlke gegründet war und die Theravada-Tradition vermittelte. Von 1930 bis 1934 (eine andere Quelle sagt bis 1938) war er dessen Leiter, danach wurden alle weiteren Aktivitäten von der Gestapo verboten. Harry Pieper traf sich in den folgenden Jahren mit einer kleinen konspirativen Gruppe zu Dharmasitzungen im Dachgeschoss einer Berliner Mietswohnung. Ein künstlerisch begabtes Mitglied malte mit Kreide ein Buddhabild an die Wand, während Harry Piper auswendig Texte aus dem Pāli-Kanon rezitierte.
Nachdem er 1946 aus der russischen Gefangenschaft zurückgekehrt war, gründete er die „Buddhistische Mission“, die sich stärker dem Mahāyāna öffnete. In dieser Zeit war er Mitglied des tibetisch orientierten Arya Maitreya Mandala von Lama Angarika Govinda.
Ab 1954 hatte er Kontakt zu dem Physikprofessor und überzeugten Shin-Anhänger Osamu Yamada, der ihn Schritt für Schritt in die Shin-buddhisische Lehre einführte. Noch im selben Jahr fand eine Begegnung mit dem damaligen Monshū, S.E. Kōshō Ōtani statt, dessen Persönlichkeit und Art, den Dharma zu vermitteln, Harry Pieper stark beeindruckten und den letzten Ausschlag gaben, sich auf den Pfad des Reinen Landes zu begeben.
In den folgenden Jahren Harry Pieper seine langjährige Erfahrung mit Organsation und Vereinsarbeit nutzen. Schon am 16. Januar 1956 gründete er die Buddhistische Gemeinschaft Jōdo Shinshū. Bald folgten seine wichtigsten Übersetzungen: Kōshō Ōtanis: "Der Glaube der Jodo-Shinshu". Ryuichi Fujiis: "Die wahre Bedeutung des Buddhismus", Kyōto 1957 "Buddhistische Religion", Kyōto 1958 u.a.
In den frühen Sechziger Jahren empfing Harry Pieper die Ordination zum Shin-buddhistischen Priester. Bis zu seinem Lebensende setzte er sich für die Vermittlung des Shin-Buddhismus ein, und die meisten wichtigen Persönlichkeiten des europäischen Shin-Buddhismus sind direkt oder indirekt seine Schüler, z.B. Jean Eracle, der Gründer der Genfer Sangha.

Privat lebte Harry Pieper ein normales bürgerliches Leben als Dolmetscher, insbesondere für amerikanische und englische Militärangehörige in der geteilten Stadt. Er war verheiratet und hatte zwei Töchter. Der Buddhismus war für ihn eine Sache des Alltags, nicht der großen Worte und Vorsätze. Ein Freund und Weggefährte Harry Piepers, Valentin von Maltzan, würdigte ihn darum in seinem Nachruf mit den Worten: „Seine Einfachheit entsprang nicht Unwissen. Er hatte ein außerordentliches buddhistisches Wissen. Er hatte – wie viele europäische Buddhisten – sich erst in der Vielfalt der buddhistischen Lehrrichtungen zurechtfinden müssen. Der Shin-Buddhismus war für ihn nicht die Krönung unter den verschiedenen Richtungen – der Shin-Buddhismus war einfach der ihm angemessene Weg – und als er ihn gefunden hatte, suchte er nicht mehr weiter.“

Prof. Rev. Matsumaru wird Aoyama Sensei in der Leitung des EKO Hauses ablösen.

Im Oktober wird Prof. Rev. Aoyama das EKO Haus der Japanischen Kultur verlassen. Er wird nach Japan zurückkehren und in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Prof. Rev. Matsumaru wird dann seine Nachfolge antreten.

Anjin-Do Freunde zum O-Bonfest im EKO Tempel

Wir hatten einen sehr schönen Nachmittag zum O-Bon Fest im EKO Tempel. Alle waren mit dabei und ich bedanke mich von Herzen für diesen Tag und Euer Teilnahme! Mit Namo Amida Butsu und ganz lieben Grüßen

Mittwoch, 2. August 2017

Was bietet das Anjin-Do Zentrum Mönchengladbach Rheydt?

Der Anjin-Do(jo) ist das Hauptzentrum der Buddhistischen Gemeinschaft Jodo Shinshu Deutschland.  
* Regelmäßige Sonntag Treffen ab 17:00 Uhr mit Andacht, Dharmavortrag und Gesprächskreis bei einer Tasse Tee.
*Meditationsanleitung und Meditationszeiten, für jene die es lernen wollen. Wir üben dann den Atem zu betrachten. Auf Nachfrage!
*Vermittlung der Buddhistischen Grundlagen und der Jodo Shinshu Lehre
*Krankenbesuche, Sterbe Zeremonien, Beerdigung und Totengedenkfeiern (leider schon drei Mal in diesem Jahr)
*Erste Eintrittszeremonie nach Absprache mit dem Priester im Dojo
*Hochzeiten für Buddhisten, auch anderer Traditionen
*Seelsorge und Priesternotruf, leider nur Lokal möglich oder telefonisch
*Verbreitung unseres Shinshu News Letters durch Rev. Thomas Moser
* Feiern von besonderen buddhist. Festtagen, häufig im EKO Tempel Düsseldorf und mit der EKO Gemeinschaft

Beitritt zur Buddhistischen Gemeinschaft Jodo Shinshu Deutschland

Ich möchte heute einmal auf eine viel gestellte Frage antworten; "Wie tritt man der Buddhistischen Gemeinschaft Jodo Shinshu Deutschland bei oder wie wird man Shinshu Buddhist?"
Zunächst einmal möchte ich erwähnen, dass man in unserem Haupttempel in Kyoto zu jeder Zeit, auf Anfrage, Zuflucht zur Shinshu Lehre nehmen kann. Eine solche Zeremonie wird morgens im Haupttempel gehalten und heißt Kikyoshiki Zeremonie. Mit dieser Zeremonie wird man offiziell in die große Jodo Shinshu Gemeinschaft aufgenommen. Diese Zeremonie wird zumeist, nicht immer, von unserem Oberhaupt zelebriert oder von einem seiner Vertreter. Hier in Europa besteht die Möglichkeit an einer solche Kikyoshiki Zeremonie alle zwei Jahre zur Europäischen Shin-Konferenz teilzunehmen.
In den vergangenen Jahren war der Beitritt zur BGJ-D durch Antrag und Ausfüllens eines Beitrittsformulars möglich und wurde immer vom Vorstand bestätigt. Und so wurde man Mitglied der Buddhistischen Gemeinschaft Jodo Shinshu Deutschland e.V. 

Leider haben wir aber auch die Erfahrung gemacht, dass nicht wenige Freunde, nach anfänglicher Begeisterung, dann aber schnell ihr Interesse verloren und der Gemeinschaft fern blieben, oft ohne eine direkte Begründung oder weiteren Kontakt. Wir nennen dies dann einen stillen Austritt.
Im Mai diesen Jahres haben sich also die Tokudo Ordinierten zusammen gesetzt und beraten, was diesbezüglich verändert werden muss.
Hier also unsere Änderung, die ich in weiten Teilen vorangetrieben habe.

Die Buddhistische Gemeinschaft Jodo Shinshu Deutschland ist in erster Linie eine religiöse Gemeinschaft unter der Schirmherrschaft unseres Haupttempels. Als religiöse Gemeinschaft vertrauen wir auf die Lehre Buddhas und insbesondere auf die Führung Shinran Shonins und seiner Nachkommen, in dem Fall unseres Monshu (Oberhauptes).

Wie in allen religiösen Gemeinschaften, erwarten auch wir, dass sich die Menschen, die zu uns kommen möchten, sich mit der Lehre beschäftigen (Buddhas Grundlehre und Jodo Shinshu). Wer diese Lehren für sich erkennt und für richtig oder wichtig hält, der kann im Anjin-Do Zentrum oder auch im EKO Tempel an einer Eingangszeremonie (Nyumoshiki) teilnehmen. In dieser Zeremonie erklärt man dann seine Zuflucht zu Buddha, Dharma und Sangha und liest, gemeinsam mit der Gemeinde, öffentlich das Jodo Shinshu Bekenntnis. Zukünftig wird ein Beitritt zur BGJ-D mit einer solchen Eintrittszeremonie verbunden sein. So erwarten wir also, dass die Leute sich im Vorfeld gründlich mit den Dingen auseinander setzen und wirklich ernsthaft ihr Vertrauen in Buddha, Dharma und Sangha mit anderen teilen möchten. Wie bereits erwähnt, kann dann noch die offizielle Laien-Ordination durch unser Oberhaupt erfolgen. Diese Ordination wird aufgrund von Empfehlungen seitens zweier Priester gehalten und findet, wie gesagt, alle zwei Jahre in Europa statt. Häufig hat man also nochmal genügend Zeit, sich einen solchen Schritt zu überlegen und während dieser Zeit erwarten wir ein aktives Engagement in und für die Gemeinschaft. Ob dieses Engagement dann in Berlin, im EKO Tempel oder im Anjin-Do umgesetzt werden kann, spielt keine Rolle. Auch Freunde von weit her brauchen keine Sorgen zu haben. Man kann immer in Kontakt bleiben, wenigstens ein oder zweimal im Jahr an einer Veranstaltung teilnehmen und für den Sangha tätig sein. Selbst hier auf Facebook. Also nochmal und in Stichworten:
1. Persönlichen Kontakt suchen und aufnehmen
2. Lernen, was hat Buddha und Shinran Shonin gelehrt
3. Nyumonshiki Zeremonie im Anjin-Do, EKO Tempel oder auch in Berlin by Rev. Evers
4. Aktiv für die Gemeinschaft sein und teilnehmen
5. Kikyoshiki Zeremonie alle zwei Jahre möglich und auf Empfehlung
Wer jetzt noch Fragen hat: Wendet Euch an mich oder einen der anderen Priester. Rev. Evers (Berlin), Rev. Moser (Bad Reichenhall) Rev, Nottelmann (EKO Haus), Rev. Shoju (EKO Tempel)