Anjin-Do

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Dienstag, 10. Juni 2008

von Kogyo Ilona
frei nach „A Primer of Shin Buddhism“
von George Gatenby und John Paraskevopoulos


Wer ist Amida Buddha? Was ist das Reine Land?

Amida (Im Sanskrit: Amitabha und Amitayus) ist der Buddha des ungehinderten Lichtes und des unendlichen Lebens). Er ist eine Manifestation (ein Ausdruck) dessen, was im Mahayana als Dharmakaya bekannt ist. Der Dharmakaya transzendiert/ übersteigt Zeit und Raum und ist zur selben Zeit in allen Dingen und allen Wesen zu finden. Der Dharmakaya ist die grundlegende Essenz allen Seins und besitzt die Eigenschaften: vollkommene Weisheit, vollkommenes Mitgefühl und vollkommene Freude. Das Ziel des Mahayana ist es für sich selbst und für alle Anderen vollkommenes Glück und vollkommene Freude, also die Erleuchtung zu erlangen.

Der Dharmakaya ist nicht mit dem Verstand zu erfassen. Wir können ihn durch Prajna erfahren. Prajna ist eine intuitive Fähigkeit, die Dinge so zu sehen wie sie sind, ungehindert durch die Filter und Urteile der Persönlichkeit.
Sehr wenige Menschen haben die Fähigkeit, Prajna durch Meditation und andere Praktiken in sich zu entwickeln.
Deshalb hat sich der Dharmakaya als Amida Buddha manifestiert.

Man könnte sagen, dass Amida Buddha ein persönliches Gesicht des formlosen Absoluten ist und ein Mittel, durch das ganz normale unvollkommene Menschen in der Lage sind, sich dem Absoluten anzunähern.
Amida Buddha ist ein Ausdruck des Mitgefühls des Dharmakaya, um die vom Leiden zu befreien, die nicht aus eigener Kraft dazu in der Lage sind.

Im Mahayana gibt es die Drei – Körper – Lehre (Trikaya).
Der erste Körper ist der Dharmakaya, das Absolute oder Formlose.
Der zweite Körper ist der Sambhogakaya. Jede Manifestation des Absoluten in transzendenter Form. Der Sambhogakaya ist mit dem so genannten dritten Auge zu sehen. Amida Buddha ist ein Sambhogakaya Buddha.
Der dritte Körper heißt Nirmanakaya und ist eine Manifestation des Absoluten in materieller Form. Der historische Buddha Shakyamuni ist ein Nirmanakaya Buddha.

Die Geschichte Amida Buddhas wird in den Sutren der Reinen Land Schule erzählt.
Ein mächtiger König hörte die Lehre des Buddha und wurde von Sehnsucht nach der Erleuchtung erfüllt. Er gab sein Königreich und seine Krone auf und wurde ein Mönch mit dem Namen Dharmakaya (Schatzkammer des Dharma). Er hatte den großen Wunsch, alle Wesen vom Leiden zu befreien und legte in Gegenwart des Buddha Lokeshvararaja 48 Gelübde ab. Besonders wichtig für Shin – Buddhisten ist das 18. oder Urgelübde. In diesem versichert Dharmakaya, dass er die vollkommene Erleuchtung erst annehmen wird wenn alle Wesen, die ihm vertrauen, etwa 10x seinen Namen sagen und sich danach sehnen in sein Reines Land hineingeboren zu werden, dies auch schaffen. Damit sind wir bei einem anderen wichtigen Punkt des Gelübdes, dem Reinen Land. Ziel von Dharmakaya war es, ein Reines Land zu schaffen, einen Bereich, in dem ideale Bedingungen herrschen, um ohne Hindernisse Nirvana zu erreichen.
Dharmakaya hat 5 Kalpas (Aeonen oder Weltzeitalter) gearbeitet (meditiert, studiert, viele schwierige Praktiken erfolgreich praktiziert) um seine Gelübde zu erfüllen und sein Reines Land zu schaffen. Vor langer Zeit hat er sein Ziel erreicht und ist seitdem der Buddha Amida. Seitdem hat er unzähligen Wesen geholfen, sein Reines Land zu erreichen.

Wichtig an der Geschichte von Dharmakaya und Amida Buddha ist die Tatsache, dass das Formlose Absolute Form annimmt, damit wir es besser verstehen können.

Das Reine Land wird in den Sutras ganz genau beschrieben. Zum Beispiel soll es dort Seen geben, deren Boden ganz aus Edelsteinen besteht, wunderbare Musik, wunderschöne Blumen, die vom Himmel regnen usw. Diese Beschreibungen sollen zeigen, dass alles, was wir uns wünschen mögen und alles was wir brauchen, im Reinen Land vorhanden ist. Damit soll es leichter werden, sich die Erleuchtung zu wünschen. Unter dem Formlosen Absoluten können sich die meisten Menschen nichts vorstellen.

Der Buddha und sein Land der Freude sind im Grunde ein und dasselbe.
Mit den verschiedenen Bezeichnungen werden verschiedene Aspekte des Dharmakaya beschrieben.
Amida und wir sind verbunden. Getrennt sind wir nur in unserer Vorstellung.
Amida befindet sich im Kern aller Dinge und Wesen. Diese Allgegenwart der höchsten Realität wird auch Buddhanatur genannt. Weil wir alle Buddhanatur besitzen, können wir die Einheit mit dem Buddha erleben und erleuchtet werden.

Das Licht des Buddha ist unendlich, weil es keinen Ort gibt, den es nicht erreicht und nichts, was es nicht durchdringt. Dieses Licht hilft uns unsere Begrenzungen und Unfähigkeiten zu sehen, die uns vom Buddha trennen. Dieses Licht führt uns auch sicher durchs stürmische Wasser unserer unsicheren Existenz und ins Reine Land.

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