Anjin-Do

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Donnerstag, 24. Juli 2008

"Nicht stehlen"

Liebe Weggefährten und Freunde,

die zweite Tugendregel ist uns sicher allen noch aus der Kindheit bekannt.Und so mag man mich jetzt fragen, wieso ich darüber überhaupt ein Wort verliere. Niemand wird ernsthaft behaupten, daß Stehlen eine getane Sache ist und ich bin mir fast sicher, daß die Meisten von uns einen Diebstahl weit von sich weißen würden.
Und doch, möchte ich einmal die Frage in den Raum stellen, ob denn nun wirklich jeder Kugelschreiber in unseren Taschen uns gehört? Die Büroklammer, die wir im Büro ausgeliehen habe, weil wir zu Hause keine mehr hatten, haben wir die wirklich ersetzt? Oder haben wir es dann schlichtweg vergessen? Kleinigkeiten, sicherlich! Aber sind wir denn nicht ärgerlich, wenn uns unser Kugelschreiber, unser Feuerzeug oder etwas ähnlich Banales abhanden kommt? Manche behaupten ja, daß es eine Art Tauschbörse darstellt und solche Kleinigkeiten eben unabsichtlich den Besitzer wechseln und diese Dinge doch relativ leicht wieder neu zu besorgen sind.
Dennoch geht es um ein wenig mehr. Auch wenn wir nicht absichtlich etwas nehmen, was uns nicht gehört oder wir auch vergessen etwas Geborgtes wieder zu geben, so ist es doch ein Zeichen dafür, wie unachtsam wir mit den Dingen anderer zuweilen umgehen.
Den Kugelschreiber, den ich unabsichtlich eingesteckt habe, wird dem Anderen fehlen. Wenn ich gerade dieser Andere bin, finde ich das nicht gut und habe vermeintlichen Grund zum Ärger, besonders , wenn ich den Kugelschreiber gerade brauche und kein anderer Schreiber zur Hand ist. Ich weiß wohl, daß dies alles sehr kleinlich klingt, doch hat uns der Buddha eindringlich davor gewarnt, das Gesetzt von Ursache und Wirkung zu unterschätzen. Selbst eine Kleinigkeit kann große Auswirkungen haben und sollten wir nicht interessiert daran sein, daß durch unsere Handlungen positive Auswirkungen für uns selber , aber insbesondere für andere entstehen?

In Namo Amida Butsu
Shaku Chisho

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