Anjin-Do

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Sonntag, 20. Juli 2008

Shinbuddhisten und die Silas



Liebe Freunde und Weggefährten,

der Buddha lehrte uns das bedingten Entstehen und damit verbunden das Gesetz von Ursache und Wirkung (Karma). Er lehrte, dass Alles mit Allem verbunden ist und wir ein Teil des Ganzen sind. Er zeigte uns, das Geburt, Alter, Krankheit und Tod zu unserem Leben gehören und das jeder Einzelne dieser Gesetzmäßigkeit unterworfen ist.
"So etwas kommt von so etwas", ist sicher ein Sprichwort, das ein Jeder von uns kennt. Gutes bringt Gutes hervor und Übles bringt Übles hervor, hier in diesem Leben und darüber hinaus. Diese Lehre des Buddhas gehört zu den unverzichtbaren Grundlagen, ohne die der Dharma nicht zu verstehen ist. Ein Jeder von uns weiß, das, was immer wir auch sagen und tun, zuersteinmal gedacht werden muss und somit ist klar, dass unser ganzes Leben von unserem Geist bestimmt wird. Was wir denken, tun und sagen entspringt unserem Geist und oft ist uns nicht klar, wie sehr das unser Leben beeinflusst. Schon im Dharmapada heißt es:
"Vom Geist geführt die Dinge sind,
vom Geist beherrscht, vom Geist gezeugt...",
und was immer dieser Geist hervorbringt hat seine Wirkung, sei es nun Gut oder Übel.
Die Ausübung der buddhistischen Lehre wird auch als Geistesschulung bezeichnen. Eine Schulung, die darauf abzielt, das Üble in unserem Denken zu minimieren und das Gute zu kultivieren. Eine der Methoden, die der Buddha uns gelehrt hat, zur Schulung unseres Geistes, ist die Einhaltung der Silas (Tugendregeln), die von allen buddhistischen Traditionen als essenziell betrachtet wird. Fünf dieser Silas sind richtunggebend für alle Buddhisten, seien sie nun Laien, Mönche oder Priester. Als Buddhist sollte man sich "bemühen"," es üben", "es versuchen" -

1. Keinem Wesen zu schaden oder es zu töten
2. Nichts zu nehmen, was einem nicht gehört
3. Unheilsame Sexualität sollte man meiden
4. Unrechte und harte Rede nicht führen
5. Man sollte Geisttrübende Mittel nicht zu sich nehmen

Als Shin-Buddhisten legen wir, im Gegensatz zu anderen buddhistischen Traditionen, diese (Sila)Gelübde nicht ab. Nach den Lehren Shinran Shonins sind wir egobehaftete Wesen, die zu keiner reinen Handlungsweise fähig sind. Wir sind gefangen in unserer Verblendung und unserer Ich-Bezogenheit und was immer wir auch tun, ist getrübt von dieser Ego-Perspektive. Wir sind nicht in der Lage Dinge zu denken, zu sagen oder zu tun, ohne das unser "Ich" sich einen Vorteil davon verspricht. In unserem täglichen Leben sind wir gefangen in der Vorstellung davon, was wir haben möchten, was wir loswerden wollen, was andere von uns denken und wie wir nach außen hin dastehen. Allzu häufig vergessen wir dabei, dass das Gesetz von Ursache und Wirkung, immer zutrifft. Das es völlig unpersönlich zum Tragen kommt und ohne wenn und aber Resultate hervorbringt. Als Shin-Budhisten legen wir keine Gelübde ab, von denen wir wissen, dass wir sie nicht halten können - und doch, wir sind uns bewusst, dass was immer wir auch denken, sagen und tun, Auswirkungen auf unser Leben und auf das Leben anderer hat. Amida Buddha hat uns all seine Verdienste übertragen und zum Geschenk gemacht. Aus Dankbarkeit und im Wissen um unsere Hingeburt ins Reine Land, sind wir bemüht, die Silas zu bedenken und wo immer wir können, sie zu beachten. Das diamantgleiche Vertrauen in Amidas Gelübdekraft (Shinjin) wird uns von Amida Buddha geschenkt. Unsere Hingeburt in Reine Land ist bereits beschlossen und frei von jeder Eigenkraft trägt uns Amida Buddha der Buddhaschaft entgegen. Und wenn wir auch nichts zu unserer Erlangung und Befreiung tun können, so können wir doch bemüht sein, in unserem täglichen Leben das Heilsame zu tun und das Unheilsame zu lassen. Nicht - weil es etwas zu erreichen gäbe, sondern alleine aus Dankbarkeit dafür, dass Amida Buddha uns so an nimmt wie wir sind und uns all Seine guten Verdienste im Übermaße schenkt.

In Namo Amida Butsu

Shaku Chisho

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