Anjin-Do

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Freitag, 1. August 2008

Rechte Rede


Liebe Dharmafreunde,

ein Sprichwort sagt:

Wer Dir vom Nachbarn böses spricht,
erfreut durch Witz, doch trau ihm nicht,
denn glaubst Du, er würde über Jeden,
nur über Dich nichts Schlechtes reden?

Der Buddha hat uns die „Rechte Rede“ sehr empfohlen, denn diese Tugendregel ist sicher die am meisten gebrochene Regel und häufig fällt es uns nicht einmal auf. Oft ist der Mund schneller, als unser Geist und häufig liegt das nur daran, dass wir uns behaupten wollen.
In Zeiten, wo wir nicht mehr mit Keulen aufeinander losgehen, haben wir gelernt die Sprache zu benutzen und wer kennt nicht das Beispiel von den Worten die wie Pfeile sind. Worte können beschämen, verleugnen, verletzen und manchmal sogar töten. Meistens sind unsere Worte Ausdruck unserer eigenen Befindlichkeit, unserer Launen, Ansichten und Meinungen und wir sind darauf bedacht, dass die Anderen zu hören bekommen, was wir zu sagen haben.

Bei so Manchem geht Dies soweit, dass es Ihnen schwer fällt anderen zuzuhören, weil sie dann eine kurze Zeit schweigen müssten und selbst nichts zum Besten geben können.
Nun will ich ja nicht behaupten, dass wir den ganzen Tag herumlaufen und schlechte Rede betreiben. Sicherlich haben wir auch jede Menge schöne und angenehme Dinge zu sagen, solange man mit uns einer Meinung ist, unsere Ansichten teilt und man ein gemeinsames Thema hat über das man sich einig ist. Ihr werdet merken, dass es doch wieder auf das bereits Erwähnte hinaus läuft. Weil wir nicht erleuchtete Wesen sind, schlagen wir uns mit unserem Karma und unserem Ego herum. Unser Ego hat die natürliche Tendenz sich behaupten zu wollen und unser Karma mag vorgeben, wie stark wir Dies tun. Und wieder - als Buddhisten sollten wir uns davor hüten, allzu leichtfertig mit Worten umzugehen. Der Buddha empfahl sogar, wenn man nichts Heilsames zu sagen habe, solle man besser schweigen.

Nun, wir alle wissen, dass uns Dies kaum gelingen wird. Wie leicht tappen wir in die Fallen von: „Hast Du schon das Neueste gehört…?“ - „ Dem müsste man mal die Meinung sagen…!“ – Da hat die doch schon wieder…!“ - und so weiter und so fort! Also, was kann man tun, um diese Fallen zu umgehen? Man kann sich einmal fragen, wie man es für sich selber gerne hätte! Würden wir es gerne haben, wenn man negativ über uns spricht? Würden wir gerne als Trottel oder vielleicht als noch etwas Schlimmeres bezeichnet werden? Würden wir es wollen, wenn man sich über unsere Beziehungen auslässt oder man vielleicht unsere Vorgehensweisen kritisiert? Natürlich nicht !! Also, was Du nicht willst was man Dir tu…..!- „Wie man in den Wald hineinruft…..! Oder um es mit den Worten des Buddha zu sagen: Tue das Heilsame und vermeide das Unheilsame – für Dich selber und für die Anderen. Rechte oder heilsame Rede ist erlernbar und nicht selten nur eine Frage der Übung. Wir haben genug Übung in der Ausübung des Gegenteils. Warum nicht einmal etwas anderes versuchen?

In Gassho
Shaku Chisho

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