Anjin-Do

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Donnerstag, 16. Oktober 2008

Zwei Vereine und ein Ziel

Erläuterung von Jan Marc Nottelmann-Feil

Das letzte Jahr war für die Jōdo Shinshū in Deutschland ein Jahr der organisato-rischen Neuordnung. Im Wesentlichen ging es darum, dass die zwei Vereine, die die Jōdo Shinshū in Deutschland repräsentieren, die EKŌ Gemeinschaft und die BGJ-D (Buddhistische Gemeinschaft Jōdo Shinshū Deutschland, vormals Shin-Do Verein) sich auf ihr eigentliches Wesen besonnen und ihre Aufgabenbereiche in gegenseitiger Abstimmung klar definierten.
Obwohl beide Vereine dasselbe Ziel verfolgen, nämlich die Förderung des Shin-Buddhismus in Deutschland bzw. Europa, unterscheiden sie sich doch durch ihre Geschichte und die Weise, in der sie gefördert werden. Während die EKŌ Ge-meinschaft stark mit dem EKŌ-Tempel und der dort ansässigen Numata-Gesellschaft (Bukkyō dendō kyōkai) verbunden ist, die eine private Förderungsinitiative für den Buddhismus darstellt und ursprünglich eine Art „buddhistische Bibelgesellschaft“ nach dem Vorbild der Gideonsbrüder war, ist die BGJ-D vom Nishi-Honganji immer als „Verein der Jōdo Shinshū in Deutschland“ (Doitsu Jōdo Shinshū kyōkai) verstanden und gefördert worden.Die EKŌ Gemeinschaft, ist also ein Förderungsverein, der mit seinen Aktivitäten den deutschen (aber auch den europäischen) Shin-Buddhismus nach Kräften unterstützt, die BGJ-D aber repräsentiert die Jōdo Shinshū in Deutschland, was nach bestehenden deutschen Gesetzen bisher nur in Form eines Vereins geschehen kann.
Beide Vereine haben also eine unterschiedliche Aufgabenstellung, unterschiedliche Möglichkeiten und unterschiedliche Partner in Japan. Dennoch stehen sie in einem besonderen Verhältnis zueinander, denn die Jōdo Shinshū Deutschland ist nunmehr klar die Religionsgemeinschaft, die durch die EKŌ Gemeinschaft gefördert wird. Andererseits wird ein erheblicher Teil der Aktivitäten des deutschen Shin-Buddhismus durch die EKŌ Gemeinschaft mitinitiiert und letztendlich erst möglich gemacht.

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