Anjin-Do

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Dienstag, 14. April 2009

Tannisho

Liebe Dharmafreunde,

das Tannisho "Buch vom Bedauern des abweichenden Glaubens" ist das wohl am Bekanntesten in der shinbuddistischen Welt. Es wurde von Yuien-bo, einem ergebenen Anhänger Shinrans geschrieben. Schon zu Lebzeiten des Shonin gab es immer wieder abweichende Ansichten über den Weg des Nembutsu und diese Tendenzen zeigten sich noch mehr nach dem Tod des Meisters Shinran. Um diesen Irrungen und Wirrungen entgegenzuwirken, verfasste Yuien-bo diese Schrift, um die reine Lehre Shinran Shonins zu bewahren. Das Buch besteht aus vier Teilen: Das Vorwort, die ersten zehn Kapitel und weitere acht Kapitel, sowie das Schlußwort. Über das Tannsiho wurde unendlich viel geschrieben. Es gibt unzählige Übersetzungen und Kommentare hierzu. Hier im Blog möchte ich es nach einer Übersetzung von Michio Sato ( Honpa Hongwanji, Kyoto Japan 1977) vorstellen, weil es das Erste war, was mich zu Shinrans Lehre geführt hat und in dem ich noch immer häufig lese. Ich möchte betonen, daß ich kein Gelehrter bin und das was ich hier an Gedanken verfasse, außschließlich mein Verständnis von dem ist, was ich aus den Worten Yuin-bos und Shinrans lese. Im Laufe der nächsten Zeit werde ich die einzelnen Kapitel im Blog veröffentlichen und hoffe, daß sie den Lesern dieses Bloges genau so viel Inspiration geben können wie mir.

Das Büchlein vom Bedauern des Abweichenden Glaubens

Das Tannisho


Wenn ich mir die Sache überlege und Vergangenheit und Gegenwart überblicke, kann ich nicht umhin, zu bedauern, daß viele vom wahren Glauben abweichen, den der verstorbene Meister uns mündlich überliefert hat. Und ich habe Angst davor, daß nachkommende Jünger Zweifel daran hegen würden. Wie können wir durch das einzige Tor des leichten Weges eintreten, ohne die glückliche Führung der guten Lehrer, denen wir begegnet sind? Wir dürfen den Glaubenssatz der Anderen Kraft in keiner Weise mit unseren eigenmächtigen Ansichten verdrehen.Deshalb schreibe ich einige Worte des verstorbenen Shinran Shonin nieder, die mir noch in den Ohren klingen, lediglich um damit Bedenken der Brüder des gleichen Glaubens zu beseitigen.

Nun ich denke, zu allen Zeiten hatten die Menschen so ihre Schwierigkeiten mit der Achtsamkeit und ihrer subjektiven Wahrnehmung. Wir alle kennen diese Situationen, wo mehrere Leute ein und die selbe Sache hören, sehen oder erleben und wenn sie dieses Erlebte dann wiedergeben sollen, kommen sehr unterschiedliche Dinge dabei heraus. Auch in spirituellen Angelegenheiten verhält sich dies nicht anders. Häufig sehen, hören und erleben wir die Lehre, wie wir sie wahrnehmen wollen, verstehen, was wir verstehen wollen und wenn wir es nicht verstehen, interpretieren wir nach unseren Möglichkeiten. Die Wahrnehmung dessen, was wirklich ist, gesagt wurde und dergleichen ist nicht umsonst ein zentraler Punkt im Buddhismus.Zu Shinrans Zeiten war dies auch nicht anders. Selbst Zenran, Shinrans Sohn, gab etwas anderes wieder, als es von seinem Vater gelehrt wurde. So ist es nicht verwunderlich, das Yuin-bo nur einen Weg sah solchen Mißinterpretationen vorzubeugen, indem er die von ihm selbstgehörten Worte des Meisters schriftlich niederlegte. Ich möchte Euch also einladen, die Worte Shinrans in diesem Büchlein, zunächsteinmal einfach nur zu lesen und den Wunsch zu bändigen, es gleich zu Anfang verstehen zu wollen. In der Shintradition ist das Hören oder das Lesen des Dharma unerlässlich, zugleich betonen wir die Unmöglichkeit den unergründlichen Dharma in seiner Gesamheit zu verstehen. Vesuchen wir also unsere Augen und Herzen zu öffnen und das Verstehen der Lehre - der Anderen Kraft, welche von Amida Buddha ausgeht, zu überlassen.

Namuamidabutsu

Euer Chisho

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