Anjin-Do

Anjin-Do

Dienstag, 11. August 2009

O-bon und Nachtcreme

Wie vom Buddha gelehrt, ist Budd-hismus die Lehre von der Vergäng-lichkeit allen Seins und jeder Exis-tenz! Es gibt nichts im Universum, was nicht auch wieder vergehen würde, weil es irgendwann einmal begonnen hat. Heute wissen wir zum Beispiel, dass die Sterne, die wir in der Nacht am Himmel sehen, eigent-lich verloschene Planeten sein kön-nen, deren Lichtausstrahlungen uns auch noch nach Jahrtausenden ihres Erlöschens erreichen. Nun, ihr wer-det sagen; das weiß doch heute Jeder und das die Dinge nicht so bleiben wie sie sind - Ist doch klar! Aber dennoch, wie viele von uns sitzen abends vor dem Fernseher und sind mehr oder weniger von der Werbung beeinflusst, die uns verspricht, dass die Tagescreme ein frischeres Aus-sehen verleiht. Die neuen Antifal-tenpillen uns mehr Jugendlichkeit versprechen oder die neue Haarfarbe garantiert kein graues Haar zum Vorschein kommen lässt. Manche gehen so weit, dass sie medizinische Hilfe in Anspruch nehmen und das nur, weil die Natur ihren Lauf nimmt und die Leute es nicht akzeptieren können. Wie ihr seht, wissen wir alle, dass die Dinge vergänglich sind und doch, wenn es die eigene Person be-trifft - werden wir blind! Hat schon einmal jemand darüber nachgedacht, was Deodorant für unser tägliches Wohlbefinden kaschiert? Aber es geht noch einfacher. Habt ihr schon einmal ein Jugendbild von Euch sel-ber oder Euren Eltern betrachtet und dann in den Spiegel geschaut? Das Leben ist vergänglich, ohne wenn und aber! Keine Nachtcreme, keine Straffungs- OP und keine Werbung der Welt kann dies „real“ beeinflus-sen. Aber wollen wir diese Realität wahrhaben? Weltweit lebt eine gan-ze Industrie davon, weil die Antwort einfach – Nein – lautet! Der Buddha lehrte die Wahrheit von der Ver-gänglichkeit und so feiern Buddhis-ten auf der ganzen Welt Ullambana oder O-Bon um sich der Verstorbe-nen zu erinnern. Wir erinnern uns unserer Vorfahren, Großeltern und Eltern und wollen unsere Verbun-denheit und Anerkennung zum Aus-druck bringen indem wir ihnen zu Ehren ein Fest begehen und feiern. Dieses Fest kann und sollte uns aber auch daran erinnern, dass keine Creme der Welt und auch kein Chi-rurge verhindern werden, dass man vielleicht dieses Fest einmal begehen wird, um auch an uns zu denken.
Der Buddha lehrte, dass mit der Vergänglichkeit auch die Leidhaf-tigkeit einhergeht und am Ende all unsere Bemühungen zur Jugender-haltung umsonst gewesen sein wer-den. Er lehrte aber auch, wie wir die-ser unvermeidlichen Tatsache be-gegnen können. Zu O-Bon lasst uns an unsere Vorfahren denken, schöne Tänze begehen und auf Buddhas Lehre hören. Denn sein Dharma macht keine leeren Werbungsver-sprechen, sonder beinhaltet den Wirkstoff für Hoffnung und Einsicht in unserem Leben.

Namuamidabutsu

Chisho

Keine Kommentare: