Anjin-Do

Anjin-Do

Montag, 15. Februar 2010

Zwei Aspekte des Ich



Dharma Talk –Sonntag 07.02.10
von Rev.Jotoku Th. Moser

Wenn ich, wie beim Dharma - Gespräch letzten Sonntag, sage: „Das Erkennen des eigenen Unvermögens ist der Nährboden für das geschenkte Vertrauen in uns, für Shinjin,“ durch das wir dank der „Buddha Kraft“ Befreiung erlangen können,“ so mag das vielleicht als eine Überbewertung des eigenen „Ich“ missverstanden werden und steht in scheinbarem Widerspruch zur Sunyata Lehre des Buddha. (Wir dürfen hierbei auch nicht vergessen, dass Sunnyata mit „Leerheit“, einem im Deutschen künstlichen Wortgebilde, nur unzulänglich übersetzt ist.)

Dazu einige Gedanken:
Shigaraki unterscheidet zwei Arten des „Ich –Verständnisses“ und beruft sich dabei auf Shinran. Das eine ist das empirische „Ich“ behaftet mit Bonno, von dem wir schon gesprochen haben und das andere ist mein „universelles ich“ als Teil des Ganzen.

Zitat Shigaraki:..... „Mein Ich sein als Mensch ist das gleiche wie das Fels sein des Felsens, das Baum sein des Baumes und das Blume sein der Blume. Ich bin nicht getrennt von all diesen, bin nicht verschieden vom Wassertropfen, der im Strom fließt, als Regen fällt, im Nebel wallt, im Zapfen gefriert, im gewaltigen Ozean wogt, oder als kleinstes Teilchen einer sich stets wandelnden Wolke am Horizont vorüberzieht.“

Das erinnert mich an den bekannten Zen Koan: (sinngemäß formuliert) „Der Berg ist der Berg, dann ist er nicht mehr der Berg und dann ist er wieder der Berg.“
Wir sind „Icchantika“, „Hoffnungslose“, dann sind wir (was natürlich nur scheinbar eine Trennung ist) etwas anderes sind, ein Teil Sunyatas, Teil von Allem, vom Wassertropfen ebenso wie von Bäumen und von der Blume – und dann sind wir wieder derjenige der mich im Spiegel anschaut, „Nama Rupa“ der kämpft und doch immer wieder Verblendung anhäuft.

Ich bin beide.

Aber ich kann mich nur mit einem wirklich auseinandersetzen, nämlich mit dem der morgens Kopfschmerzen hat, oder müde ist.

Das Bewusstsein, auch Teil des anderen, in Sunnyata, zu sein, gibt mir vielleicht manchmal Hoffnung und hebt mich über die Grenzen des Menschseins hinaus.
Beide sind identisch, beide sind von Amida umarmt, beide sind nicht zu trennen.
Letztendlich müssen beide überwunden werden, weshalb eitles Philosophieren über die Leerheit nur ablenkt.

Namu Amida Butsu, Jotoku

Quellen: Shinrans Schriften und T. Shigaraki

Keine Kommentare: