Anjin-Do

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Sonntag, 23. Mai 2010

Was wird ins Reine Land geboren?



mit freundlicher Erlaubnis von Prof. Rev. Toshikazu Arai

Kürzlich hat ein Freund aus Deutschland mir diese schwierige Frage gestellt. „Was ist es, das ins Reine Land geboren wird?“ Lange hatte ich Angst davor, dass mir jemand diese Frage stellen könnte und nun stellst du dich als der Scharfrichter heraus.

Meine Antwort ist, dass ich keine klare Antwort zu dieser Frage habe. Ich frage mich, was Sakyamuni Buddha sagen würde. Vielleicht würde er uns eine direkte Antwort geben, oder vielleicht würde er schweigen – nicht weil er die Antwort nicht weiß, sondern weil, selbst wenn er sie beantworten würde, wir nicht bereit wären es zu verstehen.

Das ist die gleiche Art von Frage wie; „Was wird mit mir geschehen, nachdem ich gestorben bin?“ Da niemand uns darüber einen Bericht gegeben hat, wie es ist, nachdem Sterben tot zu sein, bleibt diese Frage unbeantwortet und für immer unbeantwortbar. Wenn wir die Natur der Unbeantwortbarkeit dieser Frage erkennen, fällt sie wieder auf uns zurück. Warum frage ich diese Frage? Dann lernen wir über uns selbst – es ist, weil ich anhafte an dem, was ich als mein „Ich“ bezeichne und weil „Ich“ nicht fähig bin, die Lehre völlig zu akzeptieren, dass da kein permanentes „Selbst“ ist. Was wir als „mein Selbst“ bezeichnen, ist nur ein vorübergehendes, flüchtiges Ding, welches sich beständig im Prozess der Veränderung befindet. Die Lehre vom „Nicht Ich“ verleugnet nicht die Existenz eines vorübergehenden Ichs. Ohne das könnten wir als Individuen nicht funktionieren.
Einmal wurde der berühmte Jodo Shinshu Anhänger Genza von einem Freund gefragt, der auf seinem Sterbebett lag, was mit ihm geschehen würde, nachdem er gestorben sei. Genza antwortete, „Soweit es uns betrifft, sollten wir einfach sterben. Es ist des Buddhas Aufgabe darüber zu entscheiden, wer gerettet ist und wer nicht, alles was wir tun können ist einfach zu sterben.“ Ich fühle, das ist ein exzellentes Beispiel für Vertrauen.

Um auf Deine Frage zurück zu kommen. „Was ist es, was in das Reine Land geboren wird?“ Ich kann nur sagen – es ist „Ich“ das ins Reine Land geboren wird – nicht dieses „Ich“ das gerade diese Essay schreibt, aber das „Ich“ am Ende meines Lebens, das immer noch Angst vor dem Sterben hat, aber die Tatsache akzeptiert, dass mein Leben sich dem Ende neigt und „mein Selbst“ keine andere Wahl hat, als sich der großen Hand anzuvertrauen, die „mich“ empfängt. Dann mag jemand fragen, ob man, wenn man stirbt, in dieser idealen Verfassung sein muss, um ins Reine Land geboren zu werden. Nein, aber es ist wichtig, während man noch sehr lebendig ist, die Erkenntnis zu haben, dass wir beständig vom Amida Buddha umarmt sind.

Die Welt oder Umstände in die wir nach unserem Tod geboren werden heißt Reines Land, weil es jenseits aller blinden Leidenschaften ist, welche uns in diesem Leben quälen. Wir wissen nicht genau wie das Reine Land ist, aber die Welt wo alle fühlenden Wesen, vergangene und erst kürzlich vergangene – Blutverwandte, Freunde, andere Menschen, die wir nicht kennen, Tiere und Pflanzen, die unser Leben erhielten – geboren wurden, kann nicht ein schlechter Ort sein, nachdem vielen Guten was sie für uns getan haben. Und wenn unsere Zeit kommt, werden auch wir dort hingeboren und haben die Freude jenen zu helfen, die in der Welt leiden.

Dies mag ein unnötiger Zusatz sein, aber ich möchte etwas über die Theorie sagen, dass es unser Karma ist, welches sich in unsere nächste Existenz fortsetzt. In diesem Fall ist „Karma“ - „Ich“ – mein Karma existiert nicht außerhalb meines „Ich“. „Ich“ bin das „Karma.“ Darum wird ein unerleuchtetes „Ich“ irgendwo in den „Sechs Bereichen“ wiedergeboren. Auf der anderen Seite, das „Ich“, dass zur Wirkungskraft von Buddhas Weisheit erwacht und sein „mein Selbst“ Buddhas Mitgefühl anvertraut hat, wegen dem Karma dieses Vertrauens, wird es geboren werden in die Welt der Buddhas, wo blinde Leidenschaften nicht mehr wirken können.

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