Anjin-Do

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Dienstag, 1. Juni 2010

Tannisho Kapitel 2

[2]
Dass jeder von Euch unbekümmert um die Lebensgefahr über die Grenze der mehr als
zehn Länder hergewandert ist, geschah einfach aus der Absicht, den Weg der Geburt
im Land des vollkommenen Glücks zu erkunden. Es ist aber ein großer Irrtum, wenn
Ihr etwa meinen solltet, dass ich außer dem Nembutsu noch andere Wege der
Hingeburt wüsste und andere Lehren und Schriften kennte. Wenn Ihr das glaubt,
solltet Ihr am besten die großen Gelehrten, von denen es in der Südstadt Nara ebenso
wie im Nordgebirge Hiei viele gibt, aufsuchen und Euch die wichtigsten Punkte für die
Hingeburt gründlich erklären lassen.



Mit mir, Shinran, hat es keine andere Bewandtnis, als dass ich das Wort des guten
Lehrers befolge, der mich gelehrt hat, ich solle nur das Nembutsu sagen und mich vom
Buddha Amida erretten lassen. Ob das Nembutsu wirklich die Geburt im Reinen Land
verursacht oder vielmehr das Karma für den Sturz in die Hölle ist, das weiß ich
überhaupt nicht. Ich würde es durchaus nicht bereuen, auch wenn ich, vom verehrten
Hônen betrogen, durch das Nembutsu in die Hölle versänke. Denn, wenn ich
tatsächlich jemand wäre, der durch die Anstrengung anderer Übungen Buddha werden
könnte, dann könnte ich mich betrogen fühlen und es bereuen, durch das Nembutsu in
die Hölle gefallen zu sein. Da ich aber in keiner Weise zu solchen Übungen fähig bin,
wäre die Hölle unweigerlich meine Wohnstätte.

Wenn das Gelöbnis Amidas wahr ist, kann die Lehre von Shâkyamuni keine Lüge
sein. Wenn die Lehre Shakyamunis wahr ist, dann können die Auslegungen von Shantao
keine Fälschung sein. Wenn die Auslegungen von Shan-tao wahr sind, wie können
die Weisungen von Hônen eitle Worte sein? Wenn die Lehre Hônens wahr ist, dürfte
das, was ich, Shinran, Euch sage, nicht ganz leer sein.

Kurz gesagt, so verhält es sich mit meinem Glauben. Ob Ihr noch das Nembutsu
annehmen und darauf vertrauen wollt oder es verwerft, das überlasse ich ganz Eurer
Erwägung...

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