Anjin-Do

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Samstag, 22. Januar 2011

Drei-Dharma-Königswanderung



Wie seit einigen Jahren haben wir auch diesmal für die Dreikönigswanderung von Berchtesgaden zum Königsee gutes Wetter bestellt. Der 6. Januar war in ganz Deutschland verregnet und die Fortbewegung jeglicher Art wurde durch das plötzliche Tauwetter zum Risiko. Nur hier am äußersten Zipfel der Republik schien, dank des Föhneinbruchs, die Sonne. Na ja, teilweise. Kalt war es schon noch, aber kein Vergleich zu den Wochen zuvor in denen wir zweistellige Minusgrade hatten.


Ich habe wieder meinen VW Camper zum Basar umgerüstet und so konnten sich die gemeldeten ca. 7 Teilnehmer bei verschiedenen Tee’s und Kaffee aufwärmen und bekamen dazu frisch (mit mir) eingeflogene Süßigkeiten aus Japan serviert.
Kurz nach 10:00 verlor ich den Überblick und brauchte Hilfe beim Durchzählen. Ich konnte es kaum fassen, wir waren 30 Leute. „Wenn’s noch mehr werden,“ dachte ich bei mir, dann muss ich diese Veranstaltung bei der Gemeinde anmelden, oder wir können ein eigenes Schiff mieten. Wir wollten nämlich diesmal zuerst wie immer entlang der Königseer Ache wandern und dann von Königsee aus mit dem Schiff nach Bartholomä. Von dort am See entlang zur Wildfütterung. Das ist die Stelle die man in der Jack Wolfskin Reklame für outdoor Kleidung öfter mal im Fernsehen sieht.




Es kam anders. Erst begegneten wir einem Eiskletterer, den ich bestellt hatte. (stimmte natürlich nicht, aber weil einige auf diese Idee kamen, sah ich mich gezwungen zu erwähnen: „Der war nicht billig“) Wie bestellt ließen sich kurz darauf die Wasseramseln blicken. Das sind eigentlich keine Amseln, sehen aber ähnlich aus und haben auf der Brust einen großen weißen Fleck. Ich habe schon im vergangenen Jahr über sie berichtet. Es ist einfach faszinierend. Diese kleinen Vögelchen tauchen in der eiskalten Ache, die nur deshalb nicht gefriert, weil sie so flott unterwegs ist. Sie sind ein Indikator für sauberes Wasser und so verwundert es nicht, dass sie zur bedrohten Art gehören. Unserer Truppe lief wie immer weit auseinandergezogen. Kein Denken mehr an „meditativ“ oder auch nur besinnlich. Es gab wohl viel zu erzählen.

Ja, und dann standen wir vor dem See und die Schifffahrt war den Tag zuvor eingestellt worden, weil zu viele Eisschollen auf dem See trieben. Der Königsee ist zwar auch im Sommer sehr erfrischend, aber er friert nicht leicht zu weil er so tief ist. Wir machten das Beste draus und anstatt wie geplant nur etwas zu trinken, bzw. ihr wisst schon, schlugen wir in der Wirtschaft Wurzeln. Allerdings gingen die meisten danach doch noch mit bis zum Malerwinkel, einem Aussichtspunkt von dem aus man die Kapelle in Bartholomä sehen kann. Ihr kennt das Bild von Tausend Postkarten.

Nun hatten wir trotzdem etwas Zeit auf der Guthaben Seite unserer Planung und beschlossen spontan den Kuchen unseres Weggefährten Peter zu testen. Auch hatten einige Peters Sohn Ole Einer (eine andere Geschichte) der in Wirklichkeit Michael heißt, noch nicht gesehen.
Irgendwann kam Peter mit seinem berühmten Tablett und dem Angebot eines „Schnapsei“ (für die Norddeutschen Leser –das hat nichts mit Ei zu tun) und die Stimmung kam zum sieden.

Na, ja „sieden“ mag übertrieben sein, aber es war der harmonische Ausklang eines wunderschönen Tages. „Ob wir am Ende noch alle 30 beisammen hatten?“
„Natürlich nicht.“ Man sagt in Bayern 10% Ausfall sind bei einer Berg – oder Tal-Tour normal.

Wenn wir nächstes Jahr wieder so viele sind mieten wir ein eigenes Schiff und segeln bis ins „Reine Land“
(Jotoku)

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