Anjin-Do

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Donnerstag, 17. Februar 2011

Anspache zur Zufluchtnahme

Liebe Freunde,

als ich vor mehr als zwanzig Jahren auf die Lehre Buddhas stieß, war es als hätte man mir einen Tatsachenbericht über das Leben vorgelegt. Von Anfang bis Ende spürte ich, dass der Buddha jemand war, der den „Durchblick“ wirklich erlangt hatte und der dann noch Methoden wusste, wir auch wir, diesem Durchblick näher kommen könnten.
Um der Wahrheit die Ehre zu geben, hat es ein wenig gedauert, die grundlegenden Lehren des Erhabenen kennen zu lernen und bei Zeiten war es ziemlich schwierig das Alles zu verstehen. Nichts desto weniger, es war machbar und schon bald war ich in der Lage, die Zusammenhänge theoretisch zu erfassen. Ich hätte jeden einzelnen Sachverhalt erklären können und so war ich auch ehrlich bemüht, die gelernten Methoden, anzuwenden.

Bedauerlicherweise konnte mir die Zeit hierbei aber nicht so behilflich sein.
Wenn es auch kleine, wirklich kleine Einsichten gab, so hatte ich doch das Gefühl, dass mit jeder dazu gewonnenen Mini Einsicht, alles andere nur noch schwieriger wurde.

Die vier edlen Wahrheiten, mit dem achtfachen Pfad
Die fünf Tugendregeln (Silas)
Das Gesetz von Ursache und Wirkung (Karma),
Das bedingte Entstehen aller Phänomene
Die drei Daseinsfaktoren – Unzufriedenheit, Vergänglichkeit und Substanzlosigkeit
All das war so klar und doch so schwierig.

Ein jeder weiß, dass die Theorie und die dazu gehörende Praxis oft sehr weit auseinander gehen und dass es ein Ding ist, die Fakten zu wissen, aber es etwas ganz Anderes ist, sie umzusetzen. Die Umsetzung des Buddha Dharma ist nicht einfach! Wir sind alle wissensbegabte Menschen, wir können lesen und studieren, Prüfungen ablegen und Zertifikate erlangen und doch, sagt es nichts über unsere Fähigkeit zur Praxis aus.

Heute habt ihr vor der Sangha Zuflucht genommen. Zuflucht zum Buddha, der Manifestation der letztendlichen Wahrheit, Zuflucht zum Dharma, dem Schiff, was uns zum anderen Ufer trägt und Zuflucht zur Sangha, der Gemeinschaft derer, die mit uns auf dem Weg sind.

Diese drei Juwel sind der Garant für unsere Befreiung aus dem nie enden wollenden Daseinskreislauf.

In der Jodo Shinshu Tradition fand ich für mich den Weg der Einfachheit, den Weg des Vertrauens und des Sich Überlassen. Einen Weg, der die Lehre des Buddha völlig beinhaltet und mir doch die Bürde des Erleuchtet sein wollens, in diesem Leben, abnimmt.

Der Buddha Amida nimmt uns alle Mühen ab. Seine unendliche Weisheit und mehr noch, sein unbegrenztes Mitgefühl, wirkten und wirken noch heute für jeden Einzelnen von uns, damit die Wahrheit der Lehre für uns fassbar wird. In seinem Namen „Namo Amida Butsu“ sind alle Lehren Shakyamunis enthalten und durch seine Gelübdekraft wird uns deren eigene ohnmächtige Umsetzung erspart. Sein Name und seine Kraft kommen uns entgegen, er selbst ruft uns aus der nicht fassbaren Soheit heraus an und fordert uns auf, ihm zu vertrauen.

Zum Schluss möchte ich noch ein kleines Bildchen zeichnen.

Es ist, als seien wir im Brunnen des Lebens gefangen. Tief unten bemühen wir uns heraus zu kommen. Doch mit all unserem Wissen und mit all unserer Unfähigkeit das Wissen umzusetzen, bleiben wir doch im Dunkeln gefangen. Amida Buddha steht am Brunnenrand und reicht uns das Seil seines Namens „Namo Amida Butsu“. Sein Ruf erfüllt den Raum des Brunnens und wir brauchen nur nach seinem Namen zu greifen. Seine nicht fassbare Gelübdekraft wird uns dann herausziehen, ganz ohne Zweifel, wenn wir nur fest genug am Namen festhalten und den ernsthaften Wunsch haben, den Brunnen ein für alle mal zu verlassen.

in Gassho
Chisho

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