Anjin-Do

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Montag, 4. April 2011

Tannisho Kapitel 11



Wenn man einen keines Schriftzeichens kundigen Anhänger, der das Nembutsu
rezitiert, mit der Frage überrascht: “Worauf vertraust du, wenn du das Nembutsu
sprichst: auf das unergründliche Gelübde oder den unerforschlichen Namen?” und
dabei keine genauen und deutlichen Erklärungen gibt, was beides bedeutet, leitet man
ihn in die Irre. Darum sollten wir über diesen Fall immer wieder nachdenken und ein
klares Verständnis davon erlangen.

Durch das unergründliche Gelübde hat Buddha Amida den Namen ersonnen, der leicht
zu behalten und leicht zu sprechen ist, und er versprach diejenigen [bei sich]
aufzunehmen, die Seinen Namen anrufen. Wenn man zuerst darauf vertraut, dass man
durch das unergründliche Wirken des großen mitfühlenden Gelübdes Geburt und Tod
(Samsâra) entrinnen wird, und wenn man bedenkt, dass man das Nembutsu durch die
Absicht des Tathâgata Amida sagt und es nicht im geringsten aus eigenem Ermessen
geschieht, dann wird man in Übereinstimmung mit dem Grundgelübdes in das Wahre
Land der Belohnung hingeboren werden.

Wenn wir uns zutiefst dem unergründlichen Gelübde anvertrauen, ist auch sein
unerforschlicher Name eingeschlossen. Sein unergründliches Gelübde und Sein
unerforschlicher Namen sind schließlich ein und dasselbe, und nichts Verschiedenes.
Weiter: wer durch eigenes Ermessen gute und böse Taten unterscheidet, und meint, die
einen seien förderlich, die anderen hinderlich für die Hingeburt, der verlässt sich nicht auf das unergründliche Gelübde, sondern er macht, indem er eigensinnig nach Taten für die Hingeburt trachtet, das Nembutsu, das er spricht, zu seinem eigenen Werk.

Ein solcher Mensch vertraut auch nicht Seinem unerforschlichen Namen.
Wenn ihm aber auch das wahre Vertrauen fehlt, so wird er doch in den Grenzbereichen
[des Reinen Landes], die den Trägen und Überheblichen vorbehalten sind, im Schloss
des Zweifels und in einem Mutterschoß wiedergeboren, von wo aus er kraft des
„Gelübdes der Vollendung der endgültigen Befreiung“ schließlich sogar Hingeburt ins
wahre Reine Land erlangt: Dies ist die Kraft des unerforschlichen Namens, und
wiederum das Wirken des unergründlichen Gelübdes. Beides läuft auf eines hinaus.

Deutsche Übersetzung: Tannisho.pdf
Ü: Muneto Sonoda (§1-§7), Takao Aoyama (§8-§12)

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