Anjin-Do

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Montag, 2. Mai 2011

Aus "Die Lehre Buddhas"


III DER WEG DES VERTRAUENS

1. Diejenigen, die in den drei Schätzen, Buddha, Dharma und Samgha Zuflucht suchen, werden die Jünger Buddhas genannt. Die Schüler Buddhas beachten die vier Regeln der Geisteskontrolle; die Gebote, das Vertrauen, das Geben und die Weisheit.

Die Jünger Buddhas haben Vertrauen auf Buddhas Gebote: nicht zu töten, nicht zu stehlen, keinen Ehebruch zu begehen, nicht zu lügen und keinerlei Rausch mittel einzunehmen.

Die Jünger Buddhas haben Vertrauen auf Buddhas vollkommene Weisheit. Sie versuchen, sich von Habgier und Egoismus fernzuhalten und sich im Schenken zu üben. Sie beachten das Gesetz von Ursache und Wirkung, indem sie immer an die Vergänglichkeit des Lebens denken und sich entsprechend der Regel der Weisheit verhalten.

Ein Baum, der sich gen Osten neigt, wird natürlicherweise ostwärts fallen, und so werden diejenigen, welche die Lehre Buddhas vernehmen und ihr ganzes Vertrauen in sie setzen, mit Gewißheit in Buddhas Reinem Lande wiedergeboren werden.

2. Es wurde bereits ganz richtig gesagt, daß jene, die den drei Reichtümern - Buddha, Dharma und Samgha vertrauen, die Jünger Buddhas genannt werden.

Buddha ist derjenige, der vollkommene Erleuchtung erwarb und das Erworbene dazu benutzte, die ganze Menschheit zu befreien und zu segnen. Dharma ist die Wahrheit, der Geist der Erleuchtung und die Lehre, die dies erklärt. Unter Samgha ist die vollkommene Brüderlichkeit der Vertrauenden in Dein Buddha und Dharma zu verstehen.

Wir sprechen von Erleuchtung, Dharma und Brüderlichkeit, als ob sie drei verschiedene Dinge wären, aber sie sind in Wirklichkeit nur ein und dieselbe Sache. Buddha wird in seinem Dharma offenbart und durch die Brüderlichkeit verwirklicht. Deshalb, vertraut man dem Dharma und pflegt die Brüderlichkeit, so heißt das, daß man Vertrauen in den Buddha hat. Und hat man Vertrauen in den Buddha, so heißt das, daß man auch dem Dharma vertraut und die Brüderlichkeit pflegt.

Deshalb werden die Menschen befreit und erleuchtet , indem sie einfach Vertrauen in den Buddha haben. Buddha ist der Vollkommen Erleuchtete, der jeden liebt, als ob jeder sein einziger Sohn wäre. Deshalb wird jeder Mensch, wenn er Buddha als seinen eigenen Vater betrachtet, sich mit Buddha identifizieren und auf diese Weise zur Erleuchtung gelangen.

Diejenigen, die den Buddha so betrachten, werden durch seine Weisheit unterstützt und durch seine Würde beeinflußt werden.

3. Nichts ist auf der Welt von größerem Nutzen als Buddha zu vertrauen. Allein seinen Namen zu hören, auf diesen zu vertrauen, und sich über ihn zu freuen, wenn auch nur für einen Augenblick, ist lohnenswert.

Deshalb sollte man daran Gefallen finden, die Lehre Buddhas zu vernehmen, unabhängig von der Feuersbrunst, welche die ganze Welt erfüllt.

Es wird schwer sein, einem Lehrer zu begegnen, der den Dharma zu erläutern vermag. Es wird noch schwerer sein, einem Buddha zu begegnen. Es wird aber das Schwierigste sein, seiner Lehre Vertrauen entgegen zubringen.

Aber jetzt, da Du dem Buddha begegnet bist, welchen man selten antrifft, und der Dich vernehmen ließ, was kaum zu hören ist, solltest Du Dich daran erfreuen, darauf bauen und Vertrauen in den Buddha haben.

4. Auf der langen Reise des menschlichen Lebens ist das Vertrauen der beste Gefährte, die beste Erfrischung und zugleich das größte Vermögen.

Vertrauen ist die Hand, die den Dharma empfängt, die reine Hand, die alle Tugenden empfängt. Vertrauen ist das Feuer, das all die Unreinheiten der irdischen Leidenschaften verschlingt, die Last von uns nimmt und ist der Führer, der uns auf unserem Wege leitet.

Vertrauen beseitigt Habgier, Furcht und Stolz, es lehrt Höflichkeit und gewinnt Achtung. Es befreit aus der Knechtschaft der Verhältnisse und gibt einem Mut, der Mühsal entgegenzutreten. Vertrauen gibt einem die Kraft, den Versuchungen zu widerstehen und befähigt jeden, glänzende und reine Taten zu vollbringen. Zudem bereichert es den Geist mit Weisheit.

Vertrauen ist die Ermutigung, wenn der Weg lang und mühsam ist, und führt einen zur Erleuchtung.

Vertrauen läßt uns fühlen, daß Buddha gegenwärtig ist, und es bringt uns dahin, wo Buddhas Arm uns unterstützt. Vertrauen besänftigt unseren harten und egoistischen Geist und vermittelt uns einen freundlichen Geist sowie einen solchen, der Mitgefühl beinhaltet.

5. Diejenigen, die vertrauen, verfügen über die Weisheit, die Lehre Buddhas in allem, was sie hören, zu erkennen. Sie besitzen die Weisheit, zu sehen, daß alles nur Schein ist, der durch das Gesetz von Ursache und Bedingung entsteht, und sie verfügen über die Gnade des geduldigen Hinnehmens und die Fähigkeit, den Bedingungen friedlich zu entsprechen.

Das Vertrauen verleiht ihnen die Weisheit, die Vergänglichkeit des Lebens zu erkennen, und die Gnade, nicht überrascht oder betrübt zu sein über das, was ihnen zustoßen könnte oder über das Vorübergehen des Lebens selbst, denn sie wissen, daß die Wahrheit des Lebens immer unverändert bleibt, wie sich die Bedingungen und Erscheinungen auch immer verändern mögen.

Das Vertrauen hat drei bedeutsame Aspekte: ein demütiges und nachsichtiges Absehen von der eigenen Person, eine freudige und aufrichtige Achtung gegenüber den Tugenden anderer und eine dankbare Annahme der Erscheinung Buddhas.

Die Menschen sollten diese Aspekte des Vertrauens pflegen: Sie sollten für ihre Fehltritte und Unreinheiten sensibel sein, sich darüber schämen und diese sich eingestehen. Sie sollten sich fleißig in der Anerkennung der guten Charakterzüge und Taten anderer üben und sie um ihretwillen loben. Zudem sollten sie sich ständig wünschen, im Geiste Buddhas zu handeln und zu lieben.

Der Geist des Vertrauens ist der Geist der Aufrichtigkeit . Er ist ein starker Geist, nämlich ein Geist, der aufrichtig froh darüber ist, durch Buddhas Kraft in dessen Reines Land hingeführt zu werden.

Deshalb verleiht Buddha dem Vertrauen eine Kraft, welche die Menschen ins Reine Land führt, sie reinigt und sie vor Selbsttäuschung schützt. Selbst wenn sie nur für einen Augenblick Vertrauen haben, sobald sie Buddhas Namen in der ganzen Welt gepriesen hören, werden sie doch in sein Reines Land hingeführt werden.

6. Vertrauen ist nicht etwas, das dem irdischen Geist hinzugefügt wird. Es ist die Offenbarung des Wesens Buddhas im Geiste, weil jemand, der Buddha versteht, selbst ein Buddha ist; jemand, der in Buddha vertraut, ist selbst ein Buddha.

Aber es ist schwierig, seine Buddha-Natur zu enthüllen und sie dann wieder zu verbergen. Ebenso ist es schwierig, einen reinen Geist zu bewahren in dem ständigen Auf und Ab von Habgier, Zorn und irdischer Leidenschaft. Dennoch befähigt einen das Vertrauen es zu tun.

Im Wald der giftigen Erandabäume sollen nur Erandabäume wachsen, nicht aber der duftende Candana. So ist es ein Wunder, wenn ein Candanabaum in einem Erandawald wächst.

Ebenso bleibt es ein Wunder, daß das Vertrauen auf Buddha in den Herzen der Menschen gedeiht.

Deshalb wird dieses Vertrauen "wurzelloses" Vertrauen genannt. Es hat keine Wurzel, durch die es im menschlichen Geist wachsen kann, dagegen verfügt es aber über eine besondere, um so in dem mitfühlenden Geiste Buddhas zu wachsen.

7. Somit ist das Vertrauen fruchtbar und tugendhaft, aber es kann kaum in einem trägen Geist erweckt werden. Es existieren insbesondere fünf Zweifel, die in den Schatten des menschlichen Geistes lauern und danach trachten, das Vertrauen aufzuheben.

Zuerst bestehen Zweifel an der Weisheit Buddhas. Zweitens existieren Zweifel an der Lehre Buddhas sowie solche an der Person desjenigen, der die Lehre Buddhas auslegt. Viertens bestehen Zweifel darüber, ob die Wege und Methoden, von denen angenommen wird, daß sie mit dem Edlen Pfade übereinstimmen, verläßlich sind. Fünftens mag es zudem eine Person geben, die wegen ihres arroganten und ungeduldigen Geistes an der Aufrichtigkeit der anderen zweifelt, welche die Lehre Buddhas verstehen und ihr folgen.

In der Tat gibt es nichts Schrecklicheres als Zweifel. Zweifel entzweit die Menschen und ist ein Gift, welches Freundschaften und erfreuliche Beziehungen auflöst. Er ist ein Dorn, der reizt und verletzt sowie ein Schwert, das tötet.

Die Anfänge des Vertrauens wurden vor langer Zeit durch das Mitleid Buddhas gesetzt. Wenn man darauf baut, sollte man diese Tatsache anerkennen und Buddha für seine Güte sehr dankbar sein.

Man sollte nie vergessen, daß es nicht das eigene Mitleid ist, durch welches das Vertrauen erweckt wurde, sondern es allein Buddhas Barmherzigkeit war, die vor langer Zeit sein reines Licht des Vertrauens in den Geist der Menschen warf und dadurch die Dunkelheit ihrer Unwissenheit aufgelöst hat. Er, der sich des gegenwärtigen Glaubens erfreut, ist in ihr Erbe eingetreten.

Selbst wer ein weltliches Leben lebt, kann im Reinen Lande wiedergeboren werden, weil bei ihm durch Buddhas unermeßliche Barmherzigkeit Vertrauen aufzusteigen beginnt.

Es ist in der Tat schwer, in diese Welt hineingeboren worden zu sein. Es ist schwierig, den Dharma zu hören und noch schwieriger, das Vertrauen zu erwecken. Des halb sollte jeder alle Anstrengungen unternehmen, um die Lehren Buddhas zu vernehmen.

Die Lehre Buddhas wird herausgegeben von BUKKYO DENDO KYOKAI Society for the Promotion of Buddhism

Die "Lehre Buddhas" ist zu beziehen beim EKO-Haus der japanischen Kultur in Düsseldorf Brüggener Weg 6, 40547 Düsseldorf

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