Anjin-Do

Anjin-Do

Samstag, 15. Oktober 2011

Eine Reise in das Land der aufgehenden Sonne



Am 3. September brach ich von Amsterdam auf, nach Osaka/Kansai und dann weiter mit dem Zug nach Kyoto, der alten Hauptstadt des Landes.

Ich war zuvor noch nie in Japan gewesen, so dass ich nicht wußte, was mich erwartet.
Die fürsorgliche Freundlichkeit der Menschen hat mich tief beeindruckt. Ein junger Mann trug meinen Koffer die Treppen hoch, eine Dame gab sich größte Mühe, uns zu erklären, wo man sicher eine stark befahrene Straße überqueren konnte,Fremde, die freundlich grüßten, Taxifahrer, die mir den Vortritt ließen usw..Ich könnte dem noch vieles mehr hinzufügen.

Für mich war das Hotel, ein japanisches Ryokan, mit einigen westlichen Annehmlichkeiten und einer sehr freundlichen Mannschaft, genau der richtige Platz.
Am ersten Tag besuchte ich den Nishi Hongwanji, Muttertempel der Jodo Shinshu Gemeinschaft.
Ein sehr zuvorkommender Priester begrüßte mich auf englisch und fragte , ob er mir helfen könnte und ob ich vielleicht an einer Tempelführung interessiert sei. Nach dem ich mich aüßert nett mit ihm unterhalten habe, setzt ich meine Erkundungstour fort.Die Größe und Schönheit des Tempels beeindruckte mich außerordentlich.Viele Leute bewegten sich auf dem Tempelgelände, meistens Japaner. So fühlte ich mich gleichzeitig fremd und doch dazugehörig.Später traf ich dann auf unsere Leute und danach auf andere Mitglieder aus Europa, die zur Konferenz angereist waren.
IABC hatte für ein wunderbares Programm gesorgt. Von den verschiedenen Präsentationen über einen Ausflug zu den historischen Orten, wo Shiran Shonin gelebt und gearbeitet hatte, bis hin zu einem köstlichen Abendessen, an dem Shimon-sama,( Sohn von Monshu Ohtani Koshin, Oberhaupt der Shinbuddhistischen Gemeinschaft) teilnahm. Am nächsten Tag nahmen wir alle an dem großen Festakt und Andacht zur 750 Jahrfeier von Shinrans Geburtstag teil.

Viele Menschen waren anwesend, und wir hatten endlich nicht das Gefühl, eine Insel in der Menge von verschiedenen Religionen und Strömungen, zu sein. Es folgte die Kikyoshiki Zeremonie(Zufluchtnahme), bei der ich meinen Sanghanamen bekam. Das war der wohl allerschönste Moment.
Am Montag dann hatten die belgischen und deutschen Mitglieder, die einmalige Gelegenheit, einen Vortrag und einer Diskusion mit Prof. Takamaro Shigaraki beizuwohnen. Das Thema befasste sich mit dem Verständnis des“Nembutsu“ ,wie es von Shinran gelehrt worden war.Trotz seines hohen Alters von 85 Jahren, legte Prof. Shigaraki seine Ausführungen da und beantwortete unsere Fragen, mit der Geduld eines wahrhaften Lehres, obwohl er sie wahrscheinlich bereits eine millionmal gehört hat.Einem solchen Meister zuhören zu dürfen, ist ein großes Glück.

Nichts hat Bestand, so mußte auch ich wieder nachhause zurückkehren.
Doch ich besitze jetzt einen Schatz von Erinnerungen, von Tempeln, die ich besichtigte, von Freunden, die ich fand und Bekanntschaften, die ich machte. So viele kostbare Momente, die sich wie die Perlen eines Nenju aneinander reihen, um zusammen das einmalige Gefühl zu entfalten, das die Umarmung Amidas spürbar macht.Amida, der in unser Dasein hineinreicht, wie Sassaki-Sensee
es so treffend in seiner Präsentation darlegte.

Mit tiefer Dankbarkeit nehme ich dies alles mit und möchte an dieser Stelle nochmal allen beteidigten vom Nisi Hongwanji und dem IABC meinen herzlichsten Dank aussprechen.

Danke Japan, dass ich von Dir lernen durfte.

Namo Amida Butsu, in Gassho, Myoji-Josefine Hopf

Keine Kommentare: