Anjin-Do

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Sonntag, 2. Oktober 2011

"Weiße Asche"


aus den Briefen Rennyos

Betrachten wir das dahinschwindende menschliche Dasein genau: nichts ist so unbeständig wie unser Leben, das anfängt, verläuft und endet wie ein Traum. So haben wir noch nie gehört, dass jemand 10 000 Jahre lang lebte. Unser Leben vergeht schnell. Wer behält seinen Leib schon über 100 Jahre? Und wir wissen nicht, wer zuerst stirbt, ich oder ein anderer, oder ob es heute oder morgen sein wird. Es heißt, dass die Zahl derer, die früher oder später dahinschwinden, größer ist, als die Anzahl der Tautropfen, die sich morgens auf den Grashalmen sammeln. Wir sind Wesen, die morgens noch rosige Gesichter haben und am Abend nur noch weiße Asche sind. Wenn der Wind der Vergänglichkeit heran weht, schließen sich unsere beiden Augen und unser Atem hört auf ewig auf. Das rosige Gesicht verwandelt sich und sein Pfirsichen- und pflaumengleicher Glanz ist verloren. Dann kommen die Verwandten zusammen, klagen und trauern vergebens. Da es nicht anders geht, begleiten sie den Toten ins Feld und verbrennen ihn. So wird er zum Rauch der Nacht und was von ihm bleibt sind lediglich weiße Knochen. All dies nur erbärmlich zu nennen, wäre zu wenig. Darum, weil im flüchtigen Menschenleben der Tod nicht zwischen jung und alt unterscheidet, sollte sich jeder der einzig wichtigen Angelegenheit schnellstmöglich zu Herzen nehmen, nämlich unsere zukünftige Hingeburt ( unser Leben nach den Tod), und sich dem Buddha Amida von Grund an anvertrauen und das Nembutsu rezitieren.

Hochachtungsvoll

Namo Amida Butsu

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