Anjin-Do

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Samstag, 22. Dezember 2012

Weihnachten



Noch vier Tage, dann ist Weihnachten. Weihnachten ist das höchste Fest der Christenheit.
Christen berufen sich auf Jesus Christus als ihren Religionsgründer und als Sohn Gottes.
In die Sprache des Buddhismus übersetzt könnte man vielleicht sagen: Jesus wird von den Christen als Manifestation, als Verkörperung des Dharmakaya, der Soheit, der höchsten Wirklichkeit gesehen.

So wie bei Jodo Shinshu Amida Buddha gesehen wird.
Für die Christen stellt sich die höchste Wirklichkeit als Persönlichkeit dar, die Gott genannt wird.

Für uns Buddhisten ist die höchste Wirklichkeit unpersönlich und formlos.
Weihnachten ist das Fest der Christen. Sollten Buddhisten überhaupt Weihnachten feiern?
Meine Meinung ist: Ja, warum nicht?!
Weihnachten ist ja auch ein Familienfest, eine Gelegenheit, mit seiner Familie zusammen zu kommen.

Ein zweiter Aspekt: Die Gesellschaft, in der wir leben, ist sehr weltlich. Zu Weihnachten bringen gläubige Christen ein bisschen mehr Religiosität bzw. Spiritualität in die Welt.
Warum sollen wir das nicht mit unseren Nembutsus unterstützen; oder indem wir unsere Familie oder unsere Freunde zu einem Gottesdienstes in einer Kirche begleiten.
Den Kaufrausch und Geschenkerausch brauchen wir ja nicht so stark mitmachen.
Stattdessen können wir uns darauf besinnen, dass Jesus Christus vor allem Liebe gepredigt hat. Er ist ein Symbol für bedingungslose Liebe.
Für uns ist Amida Buddha das Symbol für Mitgefühl und Liebe.

In diesem Sinne könnte man vielleicht sagen, dass Jesus Christus und Amida Buddha Kollegen sind.

Rev. Kogyo Ilona Evers, 20.12.2012

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