Anjin-Do

Anjin-Do

Mittwoch, 1. Mai 2013


Als Shinran Shonin begann den Dharma des Nembutsu zu lehren, hatte er binnen kurzer Zeit eine große Anhängerschaft. Er sprach aus einem alltäglichen Familienleben heraus und erzählte den Leute auf der Straße von Amida Buddhas Mitgefühl. Nun braucht man nicht viel Phantasie um sich auszurechnen, welchen Menschen er da predigte, denn die „braven“ und „guten“ Buddhisten gingen in die Tempel und Klöster. Die Menschen aber, die zu Shinran fanden, waren jene, die keine Zeit hatten in die Tempel zu laufen, oft waren sie nicht einmal erwünscht und so mancher war der ethischen Lebensweise nicht gerade zugetan. Shinran aber sprach davon, dass gerade solche Leute von Amida gerufen sind und dass des Buddhas Mitgefühl ihnen im Besondern zugedacht ist. „Selbst die Guten werden erlöst, um wie viel mehr die Bösen“. Leider wurde dies aber auch missverstanden und manche glaubten, man könne also machen was man wollte oder dass es eine besondere Voraussetzung sei,  Böses zu tun, um ins Reine Land geboren zu werden.. Dem hat der Shonin aber widersprochen. „Nehmt kein Gift, nur weil es ein Gegengift gibt.“  Shinran Shonin lehrte uns, dass es unser Karma ist, welches uns Gutes oder Schlechtes tun lässt und es nur auf die Bedingungen ankommt, ob wir das Eine oder das Andere wirklich tun können. Das ist auch einer mit der Gründe, warum wir in der Jodo Shinshu keine Silas „versprechen“.  Wir können nicht etwas versprechen, von dem wir nicht wissen, ob wir es auch halten können oder nicht. So kommen wir also immer wieder in Situationen, in denen man darauf aufmerksam gemacht wird, dass Trinken und Rauchen, Fleischessen und andere Dinge nicht wirklich buddhistisch sind und man wird „sehr mitfühlend“ auf einen solchen persönlichen Missstand aufmerksam gemacht. Solche Situationen sind sehr wichtig und man sollte dem Mahner wirklich dankbar sein. Weil er uns bei der Eigenreflektion hilft zu erkennen, dass gerade „ICH“ den Amida Buddha besonders brauche. Amida Buddha nimmt mich so wie ich bin und sein Licht umarmt mich, ohne dass ich etwas Besonderes tun oder lassen zu müsste. Diese Eigenreflektion und Erkenntnis sind auf unserem Weg von essentieller Bedeutung. Wenn wir also einem wohlmeinenden Mahner begegnen, so sollten wir ihm von Herzen dankbar sein, uns aber gleichzeitig davor hüten, eine ebensolche Mahner Position einzunehmen. Wenn der Amida Buddha jeden so annimmt wie er ist, sollten wir dies ebenso tun, im Wissen, dass die karmische Wirkung großen Einfluss hat, aber jeder Mensch uneingeschränkt vom Buddha gewollt ist. 

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