Anjin-Do

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Donnerstag, 26. Juni 2014

Das Gute im Unguten sehen

Eine Erkältung dauert vierzehn Tage, mit oder ohne Medikamente, so sagt man wenigstens. Nun, irgendwie haben meine Viren da etwas falsch verstanden, denn die scheinen sich so richtig häuslich eingerichtet zu haben und wenn es auch schon etwas besser geht, so sind die Kleinstlebewesen doch recht hartnäckig. Quasi Hausbesetzer  Wie dem auch sei, in den letzten Tagen gab es dann auch mal so Momente, wo ich mir so dachte, was ist, wenn es nicht besser wird? Was wenn dieser Zustand chronisch oder gar noch Schlimmeres wird? Da läuft man doch schon zur Ärztin, die dann auch alle Pharmazie herausrückt, man bombardiert die Eindringlinge mit allem was geht und doch, man muss warten und geduldig sein. Geduld, auch so ein Thema!! Aber da sieht man es mal wieder. Wir scheinen wirklich alles im Griff zu haben. Sind die Meister unseres Lebens und alles tanzt nach unserer Vorgabe, oder zumindest möchten wir uns das gerne einbilden. Und da kommen da so ein paar Mikroorganismen und schon ist Ende im Gelände. Keine wirkliche Kontrolle, der Körper macht, was er will und man fühlt sich einfach .............., lassen wir das  Im Tannisho heißt es dazu: Auch dies ist unseren Leidenschaften zuzuschreiben: Wir verlangen nicht danach, eilends ins Reine Land zu kommen, und wir fühlen uns beklommen, vielleicht zu sterben, wenn wir einmal ein bisschen erkrankt sind. Es fällt uns schwer, diese Heimat endlosen Leidens zu verlassen, in der wir seit unzähligen Weltperioden bis zum heutigen Tag umherirren und nach dem Reinen Land der Ruhe und reichen Ernährung,
in das wir noch nicht hingeboren sind, können wir uns nicht sehnen: Manchmal finde ich es schon krass, wie genau Shinran Shonin die menschlichen Schwächen doch beschrieben hat und wie wunderbar ist es, in solchen Situationen seinen Rat noch heute konsultieren zu können. Nun, ich denke, ich werde leben, hoffe ich doch mal! Doch sind solche Situationen auch besonders wertvoll, weil sie uns zeigen, wie wenig wir doch tatsächlich im Griff haben und wie fragil doch unser Leben, unsere Gesundheit und auch unsere Überzeugung ist. Diese Überzeugung zu festigen, ja einfach zu Vertrauen, dass sollte unseren Weg auch ausmachen. Namo Amida Butsu, alles wird gut, selbst wenn dass eintreten sollte, was man sich in abstrusen Gedankengängen dunkel ausmalt.

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