Anjin-Do

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Montag, 29. September 2014

Was ist es, was Jodo Shinshu ausmacht?


Im großen Amida Sutra findet sich folgende Erzählung.
Dharmakara Bodhisvattva war Schüler des Lokeshvararasha Buddhas. Dieser Buddha lehrte den Dharma und sein Schüler Dharmakara entwickelte den Erleuchtungsgeist und nahm sich vor, zum Wohle aller Wesen, ebenso ein Buddha zu werden. So bat er seinen Meister ihm alle Buddhaländer zu zeigen und ihm alle Lehren zu vermitteln. Als Dharmakara Bodhisattva alle Buddhaländer betrachtet hatte, stellte er fest, dass ein jeder Buddha und jedes Reine Land seine Voraussetzungen hatte und nur jene dort hingeboren werden konnten, die diese Voraussetzungen erfüllten. So beschloß der Bodhisattva ein Reines Land zu errichten, wo alle Lebewesen, ohne Voraussetzungen Aufnahme finden würden. So kam es, dass Dharmakara 48. Gelübde vor seinem Buddha ablegte und gelobte, nicht eher zu ruhen,bis er diese erfüllt habe. Weiterhin erzählt das Sutra, dass Dharmakara Kalpas brauchte, um all diese Gelübde zu erfüllen. In dieser Zeit sammelte er unermesslich viele Verdienste an und bewahrte sie zum Wohle aller Wesen. Als Dharmakara letztlich die Erleuchtung erlangte und zu Amida Buddha wurde, hatte er alle 48 Gelübde erfüllt und sein Verdienst-Speicher war gefüllt für alle Zeiten. Im 18. Gelübde versprach Dharmakara Bodhisattva, all jene dereinst in sein Reines Land aufzunehmen, die sich dorthin geboren zu werden wünschen und die vielleicht nur bis zu zehn Mal seinen Namen aussprechen. Ein Gelübde, dass in sich nichts weiter verlangt, als das Vertrauen in dessen Wahrheitsgehalt und in die Kraft dieses Gelübdes. Das ist es, worauf Jodo Shinshu abzielt. Auch andere Schulen des Amida Buddhismus vertrauen auf die 48 Gelübde und dies beinhaltet auch meditative und nicht meditative Übungen. Nur im 18. Gelübde finden wir die Zusage Dharmakaras, der später zu Amida Buddha wurde, dass wir zu keiner Übung fähig zu sein brauchen und dennoch in sein Reines Land hingeboren werden, wenn wir voll Vertrauen in dieses Gelübde den Namen Amida Buddhas aussprechen. Honen Shonin und sein Schüler Shinran Shonin haben dieses Gelübde besonders hervorgehoben und die anderen Gelübde als vorläufige Gelübde betrachtet. Was bedeutet das? In unserer Tradition wird gesagt, dass im Hongan(18.Gelübde) und im Namen (Namu Amida Butsu) alle Verdienste zur Hingeburt ins Reine Land enthalten sind. Kein negatives Karma, keine Hindernisse können unsere Hingeburt beeinträchtigen, wenn wir voll Vertrauen das Namu Amida Butsu aussprechen und dem 18. Gelübde unbedingtes Vertrauen schenken. Dies ist aus menschlicher Sicht nicht einfach, denn wir versuchen immer alles selber zu regeln oder zu kontrollieren. Das aber, so heißt es, hat der Buddha bereits im Vorfeld geahnt und so ist Shinjin (das vertrauende Herz ) ein Geschenk des Amida Buddha selbst. Wenn wir also Namu Amida Butsu sagen, so spricht eigentlich Amida Buddha selber durch uns und ruft uns simultan dazu auf, seinem Gelübde zu vertrauen und den Weg des Nembutsu unbeirrt zu gehen. Namu Amida Butsu, der Namensruf enthält alle Praxis, alle Verdienstübertragung und alle Befreiungskraft. Dies ist die Überzeugung der Jodo Shinshu Lehre. "Namu" ist unser Part und bedeutet, das wir Zuflucht nehmen, "Amida Butsu" ist die Praxis, die vom Buddha ausgeht, beziehungsweise bereits für uns vollendet ist. Honen Shonin lehrte: "Sag das Nembutsu und sei von Amida gerettet". Shinjin ( das vertrauende Herz) kann dabei in diesem Leben bereits erfahren werden,wenn wir bereit sind uns ganz dem 18. Gelübde zu überlassen und voll Zuversicht und mit Freude dem "Namu Amida Butsu" in unserem Leben eine ganz besonderen Platz einräumen. Dies ist eine sehr vereinfachte und kompakte Erläuterung unseres Weges. Aber vielleicht hilft es, unseren Weg des Nembutsu besser zu verstehen.

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